Huy Chau

Projekt: StartAirKit Heimkino

Inhalt

Vorgeschichte

Frequenzweichen

Holzzuschnitt

Bohr- und Fräsarbeiten

Leimen

Endmontage Teil I

Schleifen und Fasen

Lackieren

Endmontage Teil II

Höreindruck und Fazit

Diskussion

Alle Fotos

Vorgeschichte

Mein altes Heimkino bestehend aus 3x CT231 als Fronts und Center, 2x Mivoc RB138 als Rears und dem Panasonic SA-XR55 als (genialer) Receiver sollte abgelöst werden. Und nach langem Stöbern im Hifi-Forum und vielen Beiträgen später (und dem Budget leider als begrenzenden Faktor) entsteht mein neues Heimkino auf Basis der StartAirKits. Als Receiver wird der (noch genialere) Onkyo TX-SR607 dienen.

Aufgrund meines Aufenthalts in den USA und des damals sehr guten Dollarkurses hatt ich dann noch gleich die günstige Gelegenheit, die Chassis für die SAKs, die eigentlich schon sowieso P/L technisch wohl unschlagbar sind, noch nen Tick günstiger zu bekommen.

Mit einigen Monaten Verspätung werde ich nun anfangen, mir 5 SAKs zu zimmern:

1x StartAirKit 4C als Center
2x StartAirKit 2S als Fronts
2x StartAirKit 1R als Rears

Alle weiteren Infos wie Technische Daten, Schalt- und Baupläne findet ihr direkt auf der Herstellerseite.

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Frequenzweichen

Da ich die SAKs nicht als Bausatz, sondern in Einzelteilen geordert habe (aufgrund der Chassis), kann ich leider auch nicht auf die Weiche als Teil des Bausatzes zurückgreifen (einzeln hätte ich die Weiche für 40 €/Weiche kaufen können...). Aber sowas stellt einen echten DIY-Bastler natürlich vor keine ernsthaften Probleme, einfach selber aufbauen:

Das sind die 4 Weichen für 2S und 1R, die für 4C ist leicht anders, hier im direkten Vergleich:

Eingang is oben links, Masse zwischen den beiden Spulen. Die eine Seite des optionalen 47 Ohm Widerstand zur Hochtonabsenkung ist noch offen, er wird dann per Kippschalter an der Rückseite der Box wahlweise dazugeschaltet oder weggelassen, da ich ja noch nich weiß, ob ich die Absenkung letzendlich brauche. Oben rechts wird dann der Tieftöner angeschlossen, mitte rechts der Hochtöner.

Aufgebaut sind die Weichen auf je 100 x 100 x 3 mm HDF Plättchen.

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Holzzuschnitt

Fehlt natürlich noch der wichtigste Werkstoff eines jeden geübten Lautsprecherbauer: Holz ;) Genauer gesagt MDF mit einer Dicke von 19 mm. Da ich keine Zwingen mit Spannweiten jenseits eines Meters besitze, musste ich außerdem die Maße aus den Bauplänen leicht ändern, Außen- und Innenmaße sind natürlich unverändert. Hier die Stückliste:

1R
2x 225 x 380 mm (Vorne, hinten)
2x 271 x 380 mm (Seiten)
2x 271 x 187 mm (Oben, unten)
1x 170 x 187 mm (Verstrebung)

2S
2x 225 x 1000 mm (Vorne, hinten)
2x 242 x 1000 mm (Seiten)
2x 242 x 187 mm (Oben, unten)
1x 242 x 187 mm (Verstrebung)
1x 170 x 187 mm (Verstrebung)

4C
2x 190 x 450 mm (Vorne, hinten)
2x 289 x 450 mm (Seiten)
2x 289 x 152 mm (Oben, unten)
2x 160 x 152 mm (Verstrebung)

Die Bestellung wird im lokalen Baumarkt abgegeben, bis jetzt hab ich recht gute Erfahrungen gemacht. So auch diesmal: Alle Teile, die exakt gleich groß sein müssen, sind gleich groß, und die Genauigkeit liegt bei +- 0,5 mm (zumindest bei den Teilen, die ich mit meiner digitalen Schublehre messen konnte). Super Service, hat genau 2 Tage gedauert, kann man echt nicht meckern!

Insgesamt sinds 4,36 m² Holz, da gestaltet sich selbst das Anzeichnen als wahre Fleißarbeit!

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Bohr- und Fräsarbeiten

Zum Bearbeiten der Zuschnitte gings in die Werkstatt von nem Kumpel, der hatte da ne Standbohrmaschine, die für absolut gerade Bohrlöcher notwendig ist.

An der Standbohrmaschine wurden dann soweit möglich die Löcher für die Polklemmen, Kippschalter, Zentrierbohrungen für die Chassisausschnitte usw. gebohrt. Die maximale Tiefe der Bretter ist ja bei ner Standbohrmaschine leider begrenzt, daher wurden die übrigen Löcher durch genaues Ausrichten von 2 Seiten gebohrt.

Die Verstrebungen habe ich an dem wohl provisorischsten Frästisch der Welt gefräst...einfach die Oberfräse auf ne Holzplatte geschraubt und umgedreht:

Hat perfekt funktioniert, man braucht aber auch 3 Leute zum Fräsen:
- einen, der fräst
- einen, der die Führung immer neu anpasst
- und einen, der die Fräse und den Staubsauger an und ausmacht

Die Ausschnitte für die Chassis wurdem mit dem Fräszirkel vom Lautsprechershop gemacht, top Verarbeitung! Hier das Ergebnis:

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Leimen

Nachdem alle Teile nun die passsenden Löcher haben, müssen sie nur noch irgendwie zueinander finden. Ich lass da jetzt einfach mal die Bilder sprechen, viel zu sagen gibst dazu glaube ich nicht.

Alle 5 Lautsprecher sind jetzt bis auf die Schallwand fertig verleimt. Als nächstes kommen die Frequenzweichen, Kippschalter zur Hochtonabsenkung und die Dämpfung rein, danach wird dann die Schalwand mit dem Rest verleimt.

Naja, und dann: schleifen schleifen schleifen...bis eben alles perfekt eben ist ;) An dieser Stelle aber nochmal ein Lob an den Baumarkt, die Bretter sind auf +- 0,3 mm genau, da hält sich das Schleifen dann hoffentlich in Grenzen!

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Endmontage Teil I

Jetzt ist das Innenleben der SAKs dran, und die Front muss natürlich auch noch verleimt werden. Als erstes kamen die ganzen Lötarbeiten dran, ausgeführt an diesem schönen Arbeitsplatz:

Die ganzen Kabel mussten an die Frequenzweiche, inkl. Kippschalter für die Hochtonabsenkung und die Ringösen für die Polklemmen. Sind übrigens von Dayton und sehn richtig schick aus!

Als Innenverkabelung kommen 1,5 mm² Kabel zum Einsatz, da ich davon noch massig Reste hatte (nein, ich glaube nicht an klingende Kabel). Um den optimalen Kontakt herzustellen, hab ich das Kabel in ner Art Schleife um die Öse gewickelt und dann verlötet.

Die Frequenzweichen sind auf 4 Klötze geschraubt und werden mit dem Gehäuse verklebt. Hält bombenfest, und für den Fall der Fälle kann man die Weiche immer noch wieder rausnehmen.

Jetzt kommt Gehäuse für Gehäuse die Frequenzweiche und die Dämmung rein (damits ihr nicht kalt wird ;) ). Hab mich dabei bei der Menge genau an den Bauplan gehalten.

Und dann endlich die letzten Leimarbeiten! Die Löcher für die Chassisschrauben sind auch schon in den Fronten. (48 Löcher am Stück in 19 mm MDF gehn ganz schön in die Arme...)

Das ist nun der aktuelle Zwischenstand, jetzt kommt wohl die zeitaufwendigste und langwierigste Arbeit: Schleifen und Anfasen. Soll ja perfekt werden :)

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Schleifen und Fasen

Darf ich vorstellen, mein bester Freund, der Schwingschleifer:

Ich glaub ohne den hätte ich entweder Oberarme so breit wie Silvester Stallone gebraucht, oder ich hätte die Boxen einfach so gelassen, wie sie sind ;) Begonnen hab ich nämlich ganz klassisch mit nem Schleiklotz und 40er Papier. Das ging zwar recht gut, aber auch gut auf die Arme! So nach ner halben Stunde kam mein Vater und meinte, wir hätten doch nen Schwingschleifer...einfach nur genial! Ab da gings nur noch ab, das MDF schmolz quasi wie Butter...naja ganz so einfach und ohne Anstrenung gings nicht, aber nach 2 Schleifdurchgängen mit 60er Papier fürs Grobe und 220er Papier war ich dann zufrieden. Hier der Vorher-Nachher-Vergleich:

Nachdem alles glatt ist, kommt die Oberfräse noch einmal zum Einsatz: Es gehts ans Anfasen der Kanten. Genauer gesagt mit dem 45°-Fräser gehts dann einmal auf der Front rund rum.

Neuer Zwischenstand: fertig geschliffen, angefast und lackierbereit!

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Lackieren

Nun der vorletzte Schritt vorm endgültigen Zusammenbau dran: Lackieren!

Geplant sind drei Schichten: Grundierung, Zwischenschicht, Endanstrich. Als Grundierung dient die "Vorstreichfarbe" von Faust, als Endanstrich die "Universal Dauerschutzfarbe" von Baufix im Farbton Nussbaum.

Für die Grundierung kommt die Vorstreichfarbe unverdünnt auf die Boxen, für die Zwischenschicht habe ich etwas vom Nussbaum-Lack in die Vorstreichfarbe gemischt. Nach dem ersten Anstrich muss das MDF natürlich wieder schön glatt geschliffen werden (220er Papier), genau wie nach dem zweiten Anstrich. Dieser ist durch die Mischung zu einem Hellbraun/Rosa geworden, sieht sehr witzig aus.

Die Voranstriche wurden mit der Lackrolle aufgetragen, der Endanstrich ist gesprüht. Geht natürlich auch ohne Sprühpistole, die Lackrolle ergibt ein sehr schönes Muster wie ich finde! Mit der Sprühpistole wirds aber glatter, daher hab ich mich für die Methode entschieden. Das kommt dabei raus:

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Endmontage Teil II

Nachdem der Lack vollständig getrocknet ist, gehts an die Endmontage. Hier alle Komponenten, die noch verbaut werden müssen:

Schön abdichten, damit nirgends Luft reinkommt, und alles miteinander verbinden.

Ist ne ganz schöne Arbeit, das bei allen 5 Boxen zu machen, aber hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier dann das Endergebnis:

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Höreindruck und Fazit

So sieht das Set nun in unserm Wohnzimmer aus:

Ich find die Farbe schön ;)

Zum Klang:
Ich bin absolut begeistert! So viel Ton für so wenig Geld ist schon echt beeindruckend! Vor allem bei Filmen denkt man wirklich, man ist mitten im Geschehen (entsprechenden Tonqualität des Films natürlich vorausgesetzt). Auch Musik kommt absolut authentisch mit allen Details rüber. Für den Discobetrieb sind sie allerdings nicht geeignet, was aber nicht heißt, dass die Maximallautstärke in irgendeiner Form nicht ausreichend wäre!

Mein Fazit

Das Set ist jeden Cent und jede investierte Minute Arbeit mehr als wert, ich kann es jedem empfehlen, der günstige Lautsprecher mit einem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis sucht!

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Diskussion

Hier geht's zum entsprechenden Thread im Hifi-Forum:
Entstehung meines StartAirKit Heimkinos (2S, 4C, 1R)

Kommentare jeglicher Art sind gerne willkommen!

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Alle Fotos

Zum Abschluss hier nochmal alle Fotos als Diashow:

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Dinge,
die die Welt nicht interessieren


Name


Nachricht (max. 100 Zeichen)

Armin 30.08.12 16:44 Uhr
Lalalallaalalalaaaaaaaaaa Masterarbeit ist laaaangweilig ;-)

Armin 28.11.11 22:15 Uhr
Oh mann - so viel Zeit wie du hast hätte ich auch mal gern ;)

Peter 22.11.11 17:14 Uhr
Schöne Seite! :)

Huy 21.11.11 17:11 Uhr
Da fehlt ein "N" ;) Schaut doch mal unter Projekte, da ist der Baubericht meiner Boxen drin :)

Steffi E. 21.11.11 11:25 Uhr
Fällt euch jemand ein, der anscheinend durch sein Studium nicht ausgelastett ist? -> HUY!!! WAHNSIN

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